Coaching für Führungskräfte ist ein weites Feld. Wer nach Unterstützung sucht, begegnet einem unübersichtlichen Angebot: Führungstrainings, Business und Executive Coaching, Achtsamkeitskurse, Psychotherapie, Persönlichkeitsentwicklung. Vieles davon ist wertvoll. Aber es kommt auf die Passung an.
Dieser Artikel beschreibt, was mindtraining ist – und beginnt dafür ex negativo mit dem, was es nicht ist, also mit den bekannten Angeboten auf dem Markt der Selbstentwicklung.
Kein methodenorientiertes Führungskräftetraining
Führungstrainings vermitteln Wissen und Techniken: aktives Zuhören, Feedbackregeln, Gesprächsführung, Frühwarnsignale für Burnout im Team. Das hat seinen Platz. Aber zwischen Verstehen und im Workshop-Kontext Anwenden liegt eine Lücke, zwischen Workshop-Kontext und den vielfältigen Situationen der Praxis eine weitere und noch eine zwischen der motivierten Umsetzungsphase nach einem Workshop und der langen Frist. Genau hier greift ein wesentlicher Vorteil von mindtraining: Durch die Entwicklung der Persönlichkeit erzielen wir generalisierten, langfristigen Wandel. Tiefe statt Techniken.
Kein klassisches Coaching
Im klassischen Coaching steht meistens eine konkrete Herausforderung im Vordergrund: ein Konflikt mit einem Mitarbeiter, eine anstehende Reorganisation, die nächste Karrierestufe, die Festlegung von Prioritäten. Dieser Fokus hat auch in meiner Arbeit seinen Platz, denn konkrete Situationen sind der Stoff, aus dem sich tiefere Muster herausarbeiten lassen. Und umgekehrt sollte sich innere Entwicklung in konkreten Veränderungen zeigen, sonst bleibt sie Nabelschau.
Aber das Kernziel meiner Arbeit ist ein anderes: tiefgreifender Wandel, der unabhängig von einer einzelnen Situation trägt. Ein langfristig veränderter Entwicklungspfad der Persönlichkeit. Nicht der nächste Sprint, sondern eine grundlegend verbesserte Lauftechnik.
Kein individueller Achtsamkeitskurs
Achtsamkeitskurse arbeiten mit allgemeinen Techniken für mehr Bewusstsein, mehr Gelassenheit, weniger Stressreaktivität. Das ist sinnvoll, reicht aber nicht. mindtraining geht in drei wesentlichen Punkten darüber hinaus.
Erstens: Ich arbeite nicht nur mit bewussten Prozessen, sondern auch mit dem Unbewussten und dem Körper als Quelle von Information und Veränderung.
Zweitens: Ich vermittle nicht nur allgemeine Techniken für ein wacheres Bewusstsein, sondern fördere spezifische Selbsterkenntnis in biografischen Zusammenhängen. Denn die Frage, woher ein Muster kommt, hilft beim Verständnis, warum es sich hält und wie es aufgelöst werden kann.
Drittens im Ziel: nicht allgemein weniger Stress und mehr Positivität, sondern konkrete Veränderungen in den Bereichen, die für Führungskräfte zentral sind: innere Klarheit, Freiheit und Stärke für besseres Entscheiden, Führen und Auftreten.
Keine Psychotherapie
Psychotherapie richtet sich an Menschen in psychischer Not, mit behandlungsbedürftigen Störungen. Meine Klienten sind keine Patienten. Sie funktionieren in vieler Hinsicht gut, oft sehr gut. Was sie suchen, ist nicht Heilung, sondern Entwicklung, die Entfaltung von Potenzial. Die Arbeit ist kürzer, berufsorientierter und fokussierter als Therapie, geht aber ebenfalls psychisch in die Tiefe.
Was es dann ist
Am ehesten passt der Begriff Persönlichkeitsentwicklung, allerdings mit einer wichtigen Differenzierung. Viele Angebote der Persönlichkeitsentwicklung arbeiten trotz des Namens vor allem an Verhalten und spezifischen mentalen Einstellungen, also zum Beispiel an der Frage, wie sich mehr Geduld oder Selbstvertrauen entwickeln lässt. Das kann hilfreich sein, berührt aber oft nicht die tieferen psychischen Strukturen, aus denen Verhalten und Erleben überhaupt entstehen. Im mindtraining geht es weniger um punktuelle Selbstoptimierung als um eine tiefe Entwicklung der Persönlichkeit: um Selbstbild, innere Konflikte, unbewusste Muster, emotionale Freiheit und die Fähigkeit, aus größerer Klarheit heraus zu handeln.
Ich bevorzuge mindtraining – ein wenig verwendeter Begriff, der meine Arbeit mit Klienten gut einfängt.
Training, weil es um grundlegende Fähigkeiten geht, nicht um einzelne berufliche Ziele. Wer trainiert, verbessert nicht nur die aktuelle Situation, sondern den Umgang mit einem weiten Feld verwandter Situationen. Training passt auch deswegen als Begriff, weil es regelmäßige Praxis erfordert, nicht nur Einsicht. Was in den Sitzungen entsteht, wird im Berufsalltag angewendet und vertieft. Das Gehirn verändert sich durch Wiederholung, nicht durch Verstehen allein.
Mind, weil die Arbeit den ganzen Menschen einschließt: Bewusstsein und Unbewusstes, Gedanken, Emotionen, Körperempfindungen, Handlungsimpulse, Wahrnehmungsmuster. Natürlich auch konkrete Fähigkeiten. Aber eben tiefer: die Persönlichkeit mit all ihren Schattierungen und ihren Auswirkungen auf Entscheidungen, Führung und Präsenz.
Wer kommt, und was sich verändert
Meine Klienten sind Führungskräfte, die merken, dass ihre Entscheidungen zwar fachlich solide sind, aber aus einem inneren Engpass kommen. Die das Präsentieren gewöhnt sind, sich innerlich aber gehetzt fühlen. Die immer wieder vor denselben Führungsdilemmata stehen und nicht verstehen, warum.
Die typische Dauer liegt bei drei bis zehn Sitzungen. Manche Klienten kommen auch über einen längeren Zeitraum, weil sie feststellen, wie viel mehr als ursprünglich anvisiert möglich wird: Aus unterschwelliger Unsicherheit entsteht Einklang mit sich selbst, aus permanentem inneren Druck Leichtigkeit und ein Gefühl von Flow.
Der erste Schritt
Ob mindtraining für Sie das Richtige ist, lässt sich nur im Gespräch klären. Ich biete ein unverbindliches Erstgespräch an. Sie entscheiden, ob es passt.