In meiner psychotherapeutischen Praxis lege ich allen Patientinnen und Patienten mindtraining ans Herz. Das entspricht einem internationalen Trend, Meditation und Achtsamkeit in psychotherapeutische Behandlungsansätze zu integrieren.
Denn die Arbeit mit dem Geist an sich – und nicht nur mit einzelnen belastenden Gedanken und Gefühlen – wirkt sämtlichen psychischen Problemen entgegen. Ob depressive, ängstliche, wütende oder zwanghafte Denk- und Gefühlsmuster: Es ist hilfreich zu lernen, diese inneren Ereignisse wahrzunehmen, ihr Auftauchen ruhig zu akzeptieren, ohne ihnen automatisch zu glauben, und sie für den Moment wieder loszulassen. Mit der Zeit nimmt so sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität belastender Gedanken und Gefühle ab.
Daneben hilft Meditation und Achtsamkeit, Disziplin aufzubauen, um im Alltag konsequent das Nützliche umzusetzen und das Schädliche zu unterlassen. Wer sich regelmäßig zum bewegungslosen Meditieren hinsetzt oder die Beschäftigung für einen Moment der achtsamen Stille unterbricht, trainiert Impulskontrolle. Erst recht wirksam für die Selbstkontrolle ist dabei die Fähigkeit, sich nicht vom Sog der Gedanken mitreißen zu lassen, sondern den Geist willentlich auszurichten.
Neben dieser direkten therapeutischen Wirkung von Meditation und Achtsamkeit erleichtert diese introspektive Praxis zudem den psychotherapeutischen Prozess selbst. Die Patienten werden sich ihrer Gedanken und Gefühle bewusster, sie können unterschiedliche innere Anteile besser differenzieren und deren Herkunft klarer verstehen, etwa wenn deutlich wird: „Hier spricht in mir die Stimme meines Vaters.” Auch besonders schwieriges Material wie traumatische Erinnerungen oder Inhalte, die das eigene Selbstbild infrage stellen, lässt sich leichter bearbeiten, wenn mehr innere Distanz zu den mentalen Produktionen entstanden ist.
mindtraining ist daher mit Psychotherapie sehr gut vereinbar, auch zeitlich versetzt.
- mindtraining kann genutzt werden, um zunächst (ggf. während einer Wartefrist auf den Therapiebeginn) zu prüfen, ob sich bereits eine stabile und befriedigende Veränderung einstellt oder ob eine Psychotherapie sinnvoll ergänzt werden sollte. Da ich beide Ansätze praktiziere, kann ich individuell beraten, welcher Einstieg oder welche Kombination jeweils sinnvoll ist.
- Ebenso kann mindtraining im Anschluss an eine Psychotherapie eingesetzt werden, wenn zwar Einsichten gewonnen und Symptome gelindert wurden, das gewünschte Maß an Stabilität, Lebensfreude oder Leistungsfähigkeit jedoch noch nicht erreicht ist. Denn mindtraining wirkt noch einmal auf einer anderen Ebene als klassische Psychotherapie, nicht durch Verständnis, gezielte Konfrontation und Verhaltenspläne, sondern durch einen tiefer liegenden, umfassenden Wandel im Umgang mit unserem Geist – und viel Übung!
Zuletzt ein finanzieller Hinweis: Liegen psychische Beschwerden mit Krankheitswert vor, erstatten einige private Krankenversicherungen zumindest einen Teil meiner Kosten als Heilpraktiker für Psychotherapie.